Infrarotfotografie: Ich sehe etwas, was du nicht siehst... Teil 2
Wie erfolgt die Nachbearbeitung?
Die Nachbearbeitung in Photoshop ist im Normalfall relativ simpel.
Es erfolgt eine automatische Tonwertkorrektur, die je nach Geschmack, noch variiert werden kann. Anschließend werden über den Kanalmixer der Rot und Blaukanal miteinander getauscht,
um den charakterischen dunkelblauen, fast schwarzen Himmel zu erhalten.
Was gibt es sonst noch?
Es gibt noch eine etwas aufwändigere Variante der Infrarotfotografie.
Hierbei wird der IR Sperrfilter vom Sensor der Kamera entfernt und durch ein normales Optisches Glas,
oder direkt mit einen IR-Filter in der gewünschten Durchlass-Wellenlänge ersetzt.
Dabei ist zu beachten, dass der Glasfilter die gleiche Dicke des Sperrfilters besitzt,
da anderenfalls der Autofokus nicht mehr richtig arbeiten könnte.
Die so umgebaute Kamera ist danach eine reine IR Kamera,
die Aufgrund des fehlenden Sperrfilter keine normalen Aufnahmen mehr ermöglicht.
Ein Umbau hat allerdings einen entscheidenen Vorteil:
Der jetzt wesentlich Infrarot empfindlichere Sensor, verkürzt die Belichtungszeiten stark.
Ein Fotografieren aus der Hand und somit auch von schnell bewegten Objekten wird möglich.
Jeder sollte sich jedoch über sein Technisches Geschick im klaren sein,
da die Kamera komplett zerlegt werden muss, und man Gefahr läuft,
den Sensor, die Elektronik, oder eines der vielen Flachbahn-Kabel zu beschädigen.
Beim einsetzen des Filters sollte überdies auf absolute Sauberkeit/Staubfreiheit geachtet werden.
Das die Garantie bei dieser Art von Eingriffen erlischt, versteht sich von selbst!
Ich selbst habe mittlerweile eine Canon G3, sowie eine G5 auf diese Weise modifiziert.
Beide Kameras haben den Eingriff überstanden und produzieren ansprechende Ergebnisse.
Passender Lieferant für das Ersatz-Glas waren in meinem Fall ein nicht genutzter UV-Filter,
der die benötigte Glasstärke und optische Qualität aufwies.
Allerdings erfordert das Zuschneiden und Schleifen eines Ersatz-Filterglases
einiges an Übung und Geduld. Meine ersten Versuche endeten im Glasbruch. :-)
Anmerkung:
Dieses Tutorial erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Es soll lediglich einen Überblick über die Technik und deren Möglichkeiten vermitteln.
Cmos-Sensor einer Canon G5.
Filtergröße: ca. 12x11 mm