© Kai Hormann
Die digitale Dunkelkammer: Hardware für Photoshop & Co! Teil 1
 
 
Da ich mich neben der Fotografie, langjährig mit dem Bau und der Konfiguration von
Rechner-Systemen beschäftige, kam mir die Idee, an dieser Stelle eine kleine Hilfestellung
für die Wahl der richtigen Komponenten, bzw. des richtigen Pc's zu geben.
Im Prinzip hat der Rechner den Platz eines Analogen Fotolabors eingenommen.
Ein genauer Blick hinter die "Kulissen" der digitalen Dunkelkammer kann also nicht schaden.

Ausgegangen wird hierbei von einem aktuellen Windows- Rechner.
Die Hardware-Anforderungen lassen sich natürlich auch auf ein Mac oder Linux System übertragen.

Als Dreh und Angelpunkt des beschriebenen Systems dient die Software Adobe Photoshop CS 5.

Warum Photoshop ?

Natürlich gibt es viele andere gute EBV- Programme, die teilweise einen ähnlichen Funktionsumfang besitzen. Mit welchem Programm gearbeitet wird, bestimmt in erster Linie der persönliche Geschmack. Allerdings hat sich Photoshop in der Professionellen Bildbearbeitung über lange Jahre als Standard etabliert. Es stellt in der aktuellen Version mit seinem Funktionsumfang relativ hohe Ansprüche an die Hardware und das Betriebssystem und soll hier einfach als Messlatte dienen .
Auf Grund dieser Tatsache, beziehen sich die im folgenden beschriebenen Vorgehensweisen
im groben auch auf andere EBV-Programme. Auch wenn andere Programme genügsamer sind,
können optimierte und im ausreichendem Maße vorhandene Ressourcen nicht schaden.
Wer also mit Paintshop Pro, Corel oder Gimp, etc. arbeitet, darf trotzdem weiterlesen. ;-)

Die Systemfrage: 32 oder 64 bit ?

Die Vorteile eines 64 bit Betriebssystems sind neben anderen Faktoren, eine wesentlich höhere
RAM-Adressierbarkeit und dadurch bedingt, ein besserer Umgang mit großen Dateien.
Damit diese Vorteile effizient genutzt werden, sollte natürlich auch die Software, d.h. in diesem Fall Photoshop in einer 64 bit Version verfügbar sein.
Noch vor ein paar Jahren konnte man sich mit der Wahl eines 64 bit Betriebssystems u.U. größere Probleme einhandeln, da die Treiber und Softwareunterstützung manch lieb gewonnener Komponenten leider im digitalen Nirwana endete. Windows XP machte in der 64 bit Version,
den ersten, ernstgemeinten Schritt in die Zukunft, führte aber, teils durch mangelnde Hardware/Softwareunterstützung und fehlende Treiber eher ein Nischen-Dasein.
Windows Vista konnte schon größtenteils auf 64 bit Hardware zugreifen,
aber es gab noch zu wenig native 64 bit Software und zu viele Probleme mit älterer 32 bit Software.
Zudem ist Vista ein wahrer Ressourcen - Fresser, insbesondere im Umgang mit Arbeitsspeicher.
Windows 7 korrigiert hier nicht nur den hohen Bedarf an RAM, es bringt in der Ultimate Version
auch diverse Lösungen mit, die eine Weiterverwendung "alter" XP Programme ermöglichen.
Aus meiner Sichtweise spricht also nicht mehr viel für ein 32 bit Betriebssystem.
Wer auf Nummer sicher gehen will, entscheidet sich für Win 7 Ultimate 64 bit
( mit einer virtuellen XP Umgebung ) und hat somit gute Chancen, eventuelle alte Software,
wie gewohnt, weiter zu nutzen. Zumindest gab es bei mir bis heute keinerlei größere Probleme.
Übrigens bietet Photoshop CS5, bei erkennen eines 64 bit Systems, beide Varianten
( 32 bit und 64 bit ) zu Installation an. Eine Parallel-Installation stellt hier auch die Weiterverwendung
älterer 32 bit Plugin-Filter unter Photoshop sicher.

Darf es etwas mehr sein ?: der Arbeitsspeicher !

Das Hauptargument für ein 64 bit System ist die Speicherverwaltung. Ein System mit 32 bit kann,
zumindest ohne Umwege über eine RAMdisk, nur max 4 Gb RAM adressieren
( real sind es sogar nur ca 3-3,5 Gb da der Rest für Systemressourcen reserviert wird ).
Dies bedeutet, dass jeglicher Arbeitsspeicher über 4 Gb keinerlei Performance-Vorteile bringt.
Im Falle von Win 7 64 bit lautet die maximal unterstützte Speichermenge für die einzelnen Versionen wie folgt: Home/Starter 8 Gb, Home Premium 16 Gb, Professional/Ultimate 192 Gb.
Wer eine Aktuelle Digitale Spiegelreflex Kamera besitzt und deren RAW-Dateien über dem Rechner zwecks voller Beibehaltung des Farbumfangs in 16 bit Tif Dateien mit einer Größe von ca. 100-150 Mb entwickelt, kennt vermutlich die Probleme, die bei der Weiterverarbeitung in Photoshop entstehen können.
Aus einer 100 Mb Tif Datei wird in Photoshop bei 10 Bild/Effekt Ebenen sehr schnell eine Datenmenge von ca. 1 Gb und mehr. Erstellt man z.B. ein Panorama aus 5 Aufnahmen und verfährt ansonsten gleich, bekommt man sehr schnell ein Problem! Hat der RAM seine Füllmenge erreicht, schreibt Photoshop,
dank eigener Speicherverwaltung, die überzähligen Daten in eine Auslagerungsdatei auf die Festplatte.
Da eine Festplatte aber wesentlich langsamer als RAM arbeitet , lässt die Arbeits-Geschwindigkeit hierbei stark nach. Bei den heutigen Preisen für Arbeitsspeicher sollte man also nicht mit RAM geizen.
Für das kleine Budget kann es sich lohnen, lieber die CPU eine Nummer kleiner zu wählen und die Kostenersparnis in zusätzlichen RAM zu investieren.
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