Die digitale Dunkelkammer: Hardware für Photoshop & Co! Teil 2
Ein Speicherausbau von 6-8 GB beschleunigt Photoshop ungemein, insbesondere dann,
wenn gleichzeitig noch andere Anwendungen im Hintergrund laufen.
Wie viel und welche Art RAM ein Mainboard verwalten kann, findet man im dazugehörigen Handbuch. Achtung! Für optimale Leistung, insbesondere bei AMD Boards, sollte auch auf die richtige Belegung
( Stichwort Dualcannel ) der Dimm-Bänke geachtet werden. Übrigens können, im gewissen Maße, auch Nutzer eines 32 bit Systems über den Umweg einer RAMdisk von einem Speicherausbau über die 4 Gb Grenze hinweg profitieren. Eine mit Hilfe von Software-Tools erstellte RAMdisk verhält sich wie eine sehr schnelle Festplatte und kann für flüchtige Daten wie z.B. die Auslagerungsdatei von Photoshop verwendet werden. Wer sich für diese Lösung interessiert, wird im Internet mit dem Stichwort RAMdisk sicher schnell fündig.
Die Kernfrage: Der Prozessor ( CPU )
Ob ein Rechner mit einem Intel oder einem AMD Prozessor bestückt wird, ist eigentlich eine Frage
des Geschmacks und des Geldbeutels. Es gibt zwischen den beidem Probanden zwar immer gewisse Performanceunterschiede, aber diese können sich mit jeder neuen CPU Generation ändern,
so dass ich hier keine Empfehlung abgeben möchte. Eine CPU hat ( neben Feinheiten wie Cache-Größen/Speicheranbindung ) zwei Leistungsindikatoren : a.) die Taktgeschwindigkeit und b.) die Anzahl der verfügbaren Kerne. Mit einem Automotor verglichen, kann man den Taktfrequenz mit PS/kw und die Anzahl der Kerne mit dem Drehmoment gleichsetzen.
Kurz gesagt: Wenn von einem zu wenig da ist, macht es nicht so viel Spaß! :-)
Dabei kommt es natürlich auch darauf an, ob man eher in den Bergen unterwegs ist, oder lieber die Autobahn bevorzugt. ;-) Im Fall eines Rechners sollte man also abwägen, ob viele Anwendungen gleichzeitig laufen, oder nur ein Programm mit Höchstleistung unterwegs sein soll.
Win 7 unterstützt eine Anzahl von max. 256 CPU Kernen, aber nur eine begrenzte Anzahl an physikalisch vorhandenen CPU's. Die Starter und Home Premium Version arbeiten nur mit einer CPU, während ab der Professional Version zwei Prozessoren unterstützt werden. Dual-Boards sind allerdings selten und eher die Ausnahme, deshalb dies nur am Rande! Photoshop CS5 skaliert mit einem Mehrkern-Prozessor je nach Filtereinsatz gut oder sehr gut, aber auch die Taktgeschwindigkeit spielt eine Rolle,
da leider nicht alle Teile von Photoshop die Anzahl der Kerne perfekt in Leistung umsetzen.
Weil auf einem regulär genutzten Rechner allerdings fast immer diverse Dienste/Prozesse
( z. B. Vierenscanner, Firewall etc. ) im Hintergrund laufen und nebenbei vielleicht noch die Bildverwaltung und/oder ein HDR-Programm etc. vor sich hin werkeln, sind 4 Kerne oder mehr immer ein Vorteil.
Man wird auf jeden Fall mit einem wesentlich flüssigeren Arbeitsablauf belohnt.
Bildgestalter für die Bildgestaltung: Die Grafikkarte
Seit der Version CS4 kann Photoshop für die Beschleunigung der Darstellung großer Dateien
und spezieller Filter auf die Rechenleistung des Grafikprozessors ( GPU ) zugreifen.
Die Grafikkarte muss hierfür lediglich OpenGL 2.0 oder höher und das Shader model 3.0 unterstützen. Unter Win7 kann die GPU-Unterstützung aktiviert werden, indem man in Photoshop das Menü "Bearbeiten/Voreinstellungen/Leistung" öffnet, und dort ein Häkchen bei "OpenGL aktivieren" setzt.
Sollte es dabei Probleme geben, ist häufig ein neuer Versuch mit aktualisierten Grafiktreibern sinnvoll. Übrigens muss es nicht unbedingt eine Hardcore-Gamer Karte oder gar eine sündhaft teure CAD Karte sein. Für Photoshop und andere 2D Grafik-Programme reicht eine aktuelle Grafikkarte der unteren Mittelklasse von Nvidia oder ATI/AMD völlig aus!
Auch ein SLI Betrieb von zwei Karten, treibt im Falle von Photoshop nur die Stromkosten in die Höhe,
macht sich aber nicht wirklich mit einem Leistung Zuwachs bemerkbar.
Für einen Dual-Monitor Betrieb sollte man beim Kauf aber auf die passenden Anschlüsse achten,
da viele Karten mittlerweile in div. Varianten angeboten werden. ( DVI, VGA, HDMI, Mini HDMI, etc.) Adapterlösungen funktionieren zwar im Allgemeinen, allerdings stellen sie durch Wackelkontakte etc. auch eine zusätzliche Fehlerquelle dar. Die in früheren Jahren oft bemängelte Signalqualität des VGA-Ausgangs ist heute kein Problem mehr, da Analoge Ausgänge so gut wie nicht mehr verwendet werden.