© Kai Hormann
Die digitale Dunkelkammer: Hardware für Photoshop & Co! Teil 4
 
 
Schnittstelle Fotograf / Maschine: Der Monitor

Glücklicherweise sind die Preise bei größeren TFT Monitoren in den letzten Jahren stark gefallen,
so dass, bei entsprechenden Platz auf dem Schreibtisch, durchaus über eine Dual-Monitor Konfiguration nachgedacht werden sollte. Da der zweite Monitor allerdings nur für Befehlspaletten oder die Bildverwaltung genutzt wird, beschränke ich mich bei der Wahl des richtigen Monitors hier nur auf den Hauptbildschirm.
TFT Monitore unterscheiden sich, neben der Größe und dem Preis,
hauptsächlich durch den verbauten Panel-Typ. Bei sehr preisgünstigen TFT Monitoren
kommen häufig TN Panele zum Einsatz, die mit einem meist eingeschränkten Farbraum/Kontrast
und geringer Blickwinkel-Stabilität nur eingeschränkt für die Bildbearbeitung taugen.
Die bessere Wahl sind Monitore in denen IPS bzw. S-IPS Panele verbaut wurden.
Viele dieser Monitore sind Wide Garmut tauglich, d.h. sie können in etwa den erweiterten Farbraum
von Adobe-RGB abdecken. Um eventuellen Problemen aus dem Weg zu gehen, ist es zwar immer noch von Vorteil, den Workflow auf den etablierten S-RGB Farbraum einzustellen, aber insbesondere vom Kontrastumfang und Farbtreue ist ein IPS/S-IPS Panel hier trotzdem die bessere Wahl.
Um Farbverbindliches Arbeiten zu ermöglichen, kann der Monitor mit Hilfe eines Kolorimeters kalibriert werden. Hochwertige Monitore für den Grafikbereich erlauben im Gegensatz zu Software-Kalibrierung eine sogenannte Hardware-Kalibrierung, d.h. die Information für die Korrekturdaten werden direkt im Monitor abgelegt. Wer die nicht gerade triviale Kalibrierung scheut, kann sich auch auf der Hersteller-Seite des Monitors ein passendes Farb-Profil seines Modell's herunter laden.
Unter Win 7 ist zudem in der Systemsteuerung unter "Anzeige" auch eine manuelle
Farb/Kontrast- Anpassung möglich. Eine weitere Anpassungs-Möglichkeit findet sich oft auch im Treiber-Menü der Grafikkarte. Man sollte allerdings immer nur eine dieser Optionen nutzen,
da sich die Einstellungen andernfalls in die Quere kommen können.

Sonstige Peripherie.

Wer seine Aufnahmen regelmäßig ausdruckt, wird sich natürlich auch nach einem adäquaten Drucker umsehen. Neben dem Format sollten hierbei auch die Druckkosten bzw., die Preise für die Tintenpatronen im Auge behalten werden.
Bei großformatigen Bildern ist ein Bilderdienst meistens preisgünstiger.
Achtung! Vor dem Kauf sollte man sich auch über passende Treiber ( 32 bit/64 bit ) informieren.
Wird Photoshop häufig für Portrait-Retusche oder Ähnliches eingesetzt,
kann auch über die Anschaffung eines Grafiktabletts nachgedacht werden.
Auch hierbei sollte man sich im Voraus über passende Treiber sowie die Unterstützung des eingesetzten EBV-Programms informieren.
Ein aktueller und schneller Multi Card Reader für die eingesetzten Speicherkarten ist ebenfalls von Vorteil, zumal er, als kontinuierlich angeschlossenes Gerät, feste Laufwerksbuchstaben
zugeordnet bekommt und damit die Verwaltung der heruntergeladenen Dateien erleichtern kann.

Fazit:

Die Wahl des richtigen Rechner ist häufig ebenso spannend und wichtig,
wie die Wahl des richtigen Kamera-Systems.
Zu guter Letzt bestimmt aber immer derjenige das Ergebnis, der die jeweiligen Gerätschaften bedient.
Ein passender Rechner kann, genau so wie eine gute Kamera, die Arbeit erleichtern.
Abgenommen wird sie Dir aber dadurch nicht! :-)
Dieser "kleine" Exkurs durch die EBV/EDV Technik ist, wie schon befürchtet,
wieder länger ausgefallen, als er eigentlich geplant war.
Vielleicht ist dieser Bericht aber für Diejenigen, die es bis hierher durchgehalten haben,
eine kleine Hilfestellung im manchmal unübersichtlichen Hardware-Jungle.

Einen eigenen Rechner zu bauen ist im Prinzip wie LEGO.
Man nimmt nur andere Bausteine und ein bisschen mehr Strom! :-))

Zitat:

„Wenn ich die Geschichte in Worten erzählen könnte,
bräuchte ich keine Kamera herumzuschleppen.”
Lewis W. Hine (Fotograf)

Genau dieses Problem habe ich offensichtlich auch, aber ich habe es trotzdem versucht!! :-)

Viel Spaß und vielleicht sogar viel Erfolg mit dem ersten selbstgebauten Rechner!

Kai
                                                                                                                                     © 2010 Kai Hormann

Nachtrag vom 10.05.2012: Die hier aufgezeigten Hardware-Voraussetzungen gelten natürlich auch für die aktuelle Photoshop CS6 Version.
Digitale Dunkelkammer :
Optische Spielereien :
Infrarotfotografie :
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