© Kai Hormann
Landschaftsfotografie Teil 1
Neben dem klassischen Porträtfoto ist die Landschaftsfotografie vermutlich eines der ältesten Themen im großen Themenpool der Fotografie. Große Fotografen wie z.B. Ansel Adams haben die
Landschaftsfotografie bekannt gemacht und dazu beigetragen, dass sie sich zu einer eigenen Kunstform
im Bereich der Fotografie etabliert hat. Was ist aber eigentlich das faszinierende an einer Landschaftsaufnahme? Wo liegen Schwierigkeiten und Besonderheiten in der Bildgestaltung und
mit welcher Ausrüstung wird gearbeitet? Diese und andere Fragen werden im folgenden Artikel behandelt.
Digitale Dunkelkammer :
Optische Spielereien :
Infrarotfotografie :
Welche Aussage hat eine Landschaftsfotografie?
Ein klassisches Landschaftsfoto sollte in erster Linie den Charakter, oder anders ausgedrückt, den besonderen Zauber eines Ortes im Zusammenspiel mit besonderem Licht und der Sichtweise des Fotografen widerspiegeln. Grob gesagt, transportiert ein gutes Landschaftsfoto eher eine Stimmung
als eine, wie auch immer geartete, Aussage. Natürlich sind auch hier die Übergänge fließend,
so dass eine z.B. vom menschlichen Einflüssen veränderte Landschaft, ebenso eine dokumentarische
oder verstörende Wirkung/Aussage haben kann. Als Fotograf sollte man sich daher nicht so sehr von den fotografischen Regeln, sondern in erster Linie vom eigenen Auge leiten lassen.
Bild: Auch dies ist Landschaftsfotografie! Ein Nächtlicher Blick auf die Milchstraße. Das Menschliche Auge kann diese Szene vor Ort nicht wahrnehmen. Mit Hilfe von Langzeitbelichtung und hohen ISO Werten zeigt eine Kamera Dinge, die normalerweise verborgen bleiben. Panorama aus 5 Einzelaufnahmen 01 Mai 2011. Es kostet wirklich Überwindung, Nachts um 2 Uhr im Moor unterwegs zu sein. Leider sind zu früheren Zeitpunkten keine Aufnahmen dieser Art möglich, da die Straßenbeleuchtung erst um 1 Uhr abgeschaltet wird. Nächtliche Touren wie diese, bleiben allerdings lange in Erinnerung.
Zeigt ein Landschaftsfoto die Realität/Wirklichkeit?
Kurz: Eigentlich zeigt kein Foto die Realität! Schon das Medium selbst macht uns mit seiner Beschränkung
auf 2 Dimensionen einen Strich durch die Rechnung. Auch die Wahl der Mittel, sowie, ganz besonders,
die gestalterischen Einflüsse des Fotografen, wie z.B. Wahl der Perspektive, Brennweite, Blende, Bildaufbau, Format, etc. fließen in das Resultat mit ein. Somit ist eine Landschaftsfotografie (und nicht nur diese) immer eine, manchmal verklärende, Interpretation der Wirklichkeit aus der Sicht des Fotografen.
Natürlich gibt es in diesem Zusammenhang, gerade im Bereich der Digitaltechnik, auch sehr weitreichende Möglichkeiten bei der Nachbearbeitung. Dies kann soweit gehen, dass durch entfernen/hinzufügen von Bildbestandteilen aus der Ursprungsaufnahme ein völlig anderes Bild, oder besser gesagt,
eine Kollage, entsteht. Diese Grenzen der Bearbeitung muss natürlich jeder Fotograf selber festlegen. Meiner Meinung nach kann Sensordreck oder ein unpassender Kondensstreifen am Himmel dezent entfernt werden, während das berühmte „Berge versetzen“ oder „Digitale Landschaftsgärtnerei“
vermieden werden sollte. Die so häufig propagierte „Lehre der reinen Fotografie“ die mit der Verwendung von unbearbeiteten Aufnahmen einher geht, hat im Bereich Dokumentar/Reportagefotografie noch eine gewisse Berechtigung, aber im Prinzip gibt ( und gab es ) sie eigentlich nie. Mit der Wahl der Kamera, des Objektives, der Blende, des Weißabgleichs oder des analogen Filmmaterials, etc. hat die Bearbeitung und Bildbeeinflussung schon stattgefunden. Auch zu Zeiten der analogen Schwarz/Weiß Fotografie wurde mit Hilfe von Farb-Filtern, Verlauf-Filtern oder durch Abwedeln oder Maskieren in der Dunkelkammer, Einfluss
auf das Endergebnis genommen. Bei einer Digitalaufnahme ist es also nur eine logische Konsequenz, dass, beispielsweise durch die Wahl des RAW-Format, die Kontrolle über die Aufnahme beim Fotografen bleibt, anstatt sie einer undurchsichtigen Kameraautomatik zu überlassen.
landschaftsfotografie001019.jpg Landschaftsfotografie bei Nacht: Das Band der Milchstrasse ( Panorama ).
Landschaftsfotografie :
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