DAS GROßE TORFMOOR

INFOS, FOTOS UND PERSÖNLICHE EINDRÜCKE
AUS DEM GROßEN TORFMOOR

Von: Kai Hormann

Vorwort: Dieser Artikel soll eigentlich nur Natur- und Fotografie-begeisterten Mitmenschen das Naturschutzgebiet großes Torfmoor näher bringen. Da ich dieses Moor schon seit frühester Kindheit kenne und mich neben der Fotografie, auch mit anderen Themen wie z.B. der Astronomie, Meteorologie, Paläontologie und Entomologie (Insektenkunde) schon relativ früh beschäftigt habe, möchte ich hier einfach meine Beobachtungen und die daraus für mich resultierenden Schlussfolgerungen darstellen.

Natürlich sollen die hier von mir gemachten kritischen Bemerkungen kein Statement gegen den Naturschutz, oder noch abwegiger, gegen das Naturschutzgebiet großes Torfmoor sein. Eigentlich ist es das genaue Gegenteil! Das Moor, die umliegende Landschaft, und ihre tierischen & pflanzlichen Bewohner, sind mir nicht nur aus fotografischer Sicht ans Herz gewachsen. Ich versuche einfach, meine Gedanken als stiller, aber aufmerksamer Beobachter in Worte zu fassen. Nicht zuletzt auch, um im Zweifelsfall derjenigen Flora und Fauna ein Gehör zu verschaffen, welche es nicht unbedingt auf die Titelseite eines Magazins schafft. Vielleicht haben viele der übergangenen, nicht im Focus stehenden, oder vermeintlich nicht schutzwürdigen Arten von heute, schon einen Platz in der roten Artenschutz-Liste von morgen?

Kurz gesagt: Meine Sichtweise auf das große Torfmoor ist vermutlich ein wenig „weit-winkeliger“, aber sie hat leider keinen Einfluss auf die weitere Vorgehensweise der Verantwortlichen in diesem Naturschutzgebiet. Als eine persönliche, von Vereinen, Fördergeldern, Ideologien, kurzfristigen Erfolgen und auch Berufs-unabhängige Meinung ist sie vielleicht dennoch von Interesse. Jeder Baum ist in Minuten gefällt, aber er benötigte Jahrzehnte um zu wachsen. Jede naturnahe-Wiese ist schnell gemäht, aber sie beherbergt etliche Arten. Und jedes „künstliche“ Gewässer in diesem Gebiet ist in kurzer Zeit verlandet oder zugeschüttet…. Aber es bot einen vielfältigen Lebensraum und nicht zuletzt auch die Nahrungsgrundlage für fast Alles, was dort im großen Torfmoor wächst, lebt und heimisch ist.

Namensgebung und Lage.

Das Naturschutzgebiet großes Torfmoor liegt zwischen dem Wiehengebirge und dem Mittellandkanal im Kreis Minden Lübbecke. Durch die angrenzenden Ortschaften wird es, je nach Ortszugehörigkeit, auch gerne als Nettelstedter Moor, Eilhauser Moor, Gehlenbecker Moor oder als Hiller Moor bezeichnet. Ortsübergreifend hat sich eigentlich der Begriff "Großes Torfmoor" etabliert.

Das große Torfmoor am nördlichen Aussichtsturm

Das Naturschutzgebiet großes Torfmoor im Kreis Minden Lübbecke. Panorama aus nördlicher Richtung mit Blick auf das Wiehengebirge.

Entstehung und Geschichte.

Das Moorgebiet zählt mit ca. 470 ha Fläche zu den größten, ehemaligen Hochmooren/Regenmooren in NRW. Während der Saale/Riß-Kaltzeit vor ca. 130000 – 300000 Jahren und der Weichsel/Würm-Kaltzeit vor ca. 115000 - 10000 Jahren, zwangen Gletschermassen die Weser in ein Gebiet, welches durch die Wasser-undurchlässigen Ablagerungen des Flusses, die spätere Grundlage für die Entstehung des großen Torfmoors erhielt. Im Laufe der Jahrhunderte konnte sich Regenwasser und anderer Niederschlag in diesem natürlich entstandenen Becken sammeln und begünstigte damit das Absterben der ursprünglichen Vegetation und die Ansiedelung der ersten Moor-Typischen Pflanzen und Moosflächen. Da es die heutige Grenze, in Form des Mittellandkanals natürlich noch nicht gab, erstreckte sich das ursprüngliche Moor bis auf 3 km in nord/südlicher-Breite.  

Weil die abgestorbene Biomasse in dieser feuchten aber Sauerstoffarmen Umgebung nicht wie in anderen Gebieten üblich, relativ schnell von Mikroorganismen zersetzt wurde, bildete sich im diesem Bereich eine Torfschicht, die mit Hilfe der nachwachsenden Pflanzen/Moose immer stärker wurde und langsam in die Höhe wuchs. Auf Grund dieser Entstehung lässt sich das große Torfmoor heute in die Reihe der ehemaligen Hochmoore bzw. Regenmoore zuordnen, obwohl einige Gewässer im östlichen Bereich auch durch Bäche mit Oberflächenwasser versorgt werden. 

Menschliche Eingriffe.

Wie in vielen anderen Moorgebieten auch, wurde im großen Torfmoor im Zuge der wachsenden Besiedelung durch menschliche Eingriffe versucht, das Gelände mit Hilfe von Entwässerungskanälen für die Landwirtschaft trocken zu legen und nutzbar zu machen. Der dort zu findende Torf wurde wiederum mühevoll von Hand gestochen und diente im getrocknetem Zustand als Heizmaterial für die heimische Bevölkerung.

In späterer Zeit kam dann noch ein maschineller Torf-Abbau hinzu, welcher im großen Torfmoor allerdings hauptsächlich der Gewinnung von Heilerde/Schlämmen für die medizinischen Bäder in den umliegenden Kurorten diente. Noch heute wird in diversen anderen Moorgebieten großflächig Torf abgebaut um ihn als billige, aber für die Natur leider teuer erkaufte Blumenerde für den heimischen Garten zu vermarkten. Wer also etwas zu Schutz der Moore beitragen möchte, sollte möglichst auf Torfhaltige Blumenerde verzichten und sich statt dessen lieber einen Komposthaufen im Garten anlegen. Zumal Komposterde wesentlich nährstoffreicher als der naturgemäß nährstoffarme Torfboden ist. 

Schutz und Renaturierung.

Anfang 1970 startete man schließlich erste Versuche, das große Torfmoor durch Wiedervernässung und andere Maßnahmen, in den, vermeintlich, ursprünglichen Zustand zu versetzen. Um diesen ursprünglichen Zustand des großen Torfmoors zu erfahren, bedurfte es vermutlich umfangreicher Bodenproben nebst entsprechender paläobiologischer Pollen- und Pflanzenanalysen aus den einzelnen ursprünglichen Moorbereichen, um Hinweise auf die frühe, nacheiszeitliche Vegetation dieses Gebietes zu bekommen.

Mit Hilfe der voran genannten Pollenanalyse lassen sich in etwa auch die damaligen klimatischen Verhältnisse rekonstruieren aber leider nicht wieder herstellen. Auch der Einfluss einer damals vermutlich völlig anderen Vegetation des Umlands (Wälder/ Bruchwälder, keine bzw. kleinere Ackerflächen) auf das damalige regionale Mikroklima, wird dabei ausser Acht gelassen.

Es bleibt also nur die Möglichkeit, die Renaturierung z.B. mit Hilfe der Erfassung von positiven oder negativen Indikator-Pflanzen zu beobachten/lenken, um möglichst nahe an eine „Lehrbuch-Definition“ eines Hochmoores zu kommen. Für einen langjährigen Beobachter dieses Gebiets ist das augenfälligste Beispiel der Kernbereich des großen Torfmoores, der nahezu komplett von Bäumen und größeren Büschen befreit wurde, um den Wasserverbrauch/die Verdunstung durch diese Pflanzen in diesem Gebiet zu drosseln.

Durch frühe, rigoros betriebene Maßnahmen der Wiedervernässung wäre ein Großteil dieser Baum- und Straucharten vermutlich auch von selbst abgestorben. Normalerweise entledigt sich ein gesundes und intaktes Hochmoor/Regenmoor von selbst seiner Bewaldung, da es die dort wachsenden Bäume etc. im Laufe der Zeit buchstäblich einfach ertrinken lässt. 

Klimawandel und Mikroklima.

Leider geht auch der allgemeine Klimawandel nicht am Kreis Minden Lübbecke vorbei und zeigt sich mit milderen, niederschlagsreichen Herbst und Wintermonaten sowie einem trockenen und teilweise sehr warmen Frühling und Sommer. Gerade in den Sommermonaten werden diese längeren Trockenperioden häufig nur durch örtliche Wärmegewitter unterbrochen.

Ein intaktes Moor hat hierbei auch einen, nicht unerheblichen Einfluss auf das regionale Wettergeschehen/Mikroklima, da es in den heißen Sommermonaten mit Hilfe seiner Feuchtgebiete/Seen/Tümpel Verdunstungskälte an die Umgebung abgibt und damit warme und mit hoher Luftfeuchtigkeit gesättigte Luftmasse zu Kondensation/Wolkenbildung anregt. Genauer gesagt, ein gesundes Moorgebiet hilft sich bei der Beschaffung von wichtigen Niederschlägen selbst. Wird die Wiedervernässung/ Renaturierung allerdings nicht konsequent und in der passenden Reihenfolge betrieben, kehrt sich dieser Effekt vielleicht im schlimmsten Fall in das Gegenteil!

Der dunkle, im Sommer relativ trockene und mangels Bäumen, un-beschattete Torfboden, speichert die durch Sonneneinstrahlung erzeugte Wärme und gibt sie, besonders in den kühlen Abend und Nachtstunden, in Form einer über dem Gebiet stehenden Thermik-Blase wieder ab. Das Resultat ist, zumindest nach meinen Beobachtungen, dass die, in den Sommermonaten trotz Klimawandel immer noch entstehenden Wärmegewitter, von der Moor-eigenen Thermik verdrängt werden und den, für das Moor so wichtigen Niederschlag größtenteils im Umland abgeben. Das leider nicht intakte Moor gräbt sich also in den Sommermonaten vermutlich das Wasser und damit auch seine Lebensgrundlage selbst ab.

Auch der, in den Sommermonaten immer öfter ausbleibende Bodennebel über dem großen Torfmoor zeigt meines Erachtens nach, dass die im Torfboden gespeicherte Wärme und mangelnde Luftfeuchtigkeit eine Kondensation verhindert. Die momentan laufende Ausdünnung des Baumbestands in den Randgebieten wird diesen Effekt wohl eher verstärken als abmildern. Ebenso wird auch dort nur ein kleiner Teil des geschlagenen Holz als, z.B. für Pilze und Insekten wichtiges Totholz in der Natur belassen. Gerade der westliche Teil des Moores mit seinen, leider immer kleiner werdenden Bruch- und Sumpfwäldern, sowie der östliche Bereich mit den nährstoffreicheren Frischwasser-Teichen, sollte daher in meinen Augen einfach unangetastet bleiben.

Selbst die größten Bäume sind in Minuten gefällt und für den Abtransport zerkleinert. Natürlich benötigten diese Bäume Wasser, aber sie stellten immerhin einen Lebensraum für diverse Tierarten dar, spendeten Schatten und dienten an den immer seltener werdenden Nebeltagen als Tau-Fänger. Den Lebensraum und die Brutmöglichkeiten, welche diese Bäume boten, Ist leider für Jahrzehnte verloren.  

Flora und Fauna.

Natürlich freut es mich, wenn sich im umgestalteten großen Torfmoor seltene oder selten zu beobachtende Vogelarten niederlassen, oder dieses Moor als Rast anfliegen, aber dieser, wenn auch medial wirksame Erfolg, sollte nicht zu Lasten der übrigen Flora und Fauna gehen. Das große Torfmoor und insbesondere seine, noch mit Baumbestand bewachsenen Randgebiete bietet einer Vielzahl von Amphibien, Reptilien, Insekten und anderen Wildtieren und Pflanzen einen wichtigen Lebensraum. Es bleibt nur die Hoffnung, dass dieser vorhandene, intakte Lebensraum nicht einer dogmatischen Zielsetzung zum Opfer fällt.

Ein weiterer, vielleicht sogar der wichtigste Grund zum Handeln, ist der dramatische, Arten-übergreifende Rückgang der Insekten-Population. Alleine in den vergangenen ca. 30 Jahren hat der Bestand an Insekten in Deutschland, laut aktuellen Studien, um ungefähr 75 Prozent abgenommen! Natürlich ist dies leider eine ortsübergreifende Situation und nicht der Renaturierung eines Moores und erst recht nicht dem Naturschutz anzulasten.

Der Bestandsrückgang ist vermutlich dem übermäßigen Einsatz von Insektiziden und Pflanzenschutz-Mitteln im Zuge von dem in jüngerer Zeit stark intensivierten landwirtschaftlichen Anbau von sogenannten Energie-Pflanzen wie z.B. Raps oder Mais zu-zuschreiben. Leider wird dieser wirklich ernstzunehmende Zustand von der Politik und den Naturschutzverbänden zwar registriert, aber passende Gegenmaßnahmen bleiben bisher, offensichtlich dank erfolgreicher Lobbyarbeit leider aus. Auch die vermeintlich, der Renaturierung dienenden Eingriffe im großen Torfmoor, können den für uns alle folgenreichen Rückgang des Insektenbestandes in absehbarer Zeit nicht rückgängig machen. Vielleicht wäre unseren kleinen, aber lebenswichtigen Mitbewohnern schon ein wenig geholfen, wenn das Mähwerk etwas weniger exzessiv eingesetzt würde und das geschlagene Holz einfach im Moor verbleibt, oder besser gar nicht erst geschlagen wird. Der Erfolg wäre vielleicht erst in ein paar Jahren sichtbar, aber dies sollte doch abseits aller Marketing-Strategien und Beschäftigungsmaßnahmen, die Sache wert sein? 

Die andere Alternative wäre wahrscheinlich eine, mangels Bestäuber-Insekten leere Obst- und Gemüse-Theke im Supermarkt. Und ein, mangels Nahrungsgrundlage für Amphibien, Reptilien, Vögel, etc., sehr stilles Moor. Veränderte Umstände sollten vielleicht zu einer anderen Handlungsweise führen, bei der es zumindest aus meiner Sicht wünschenswert wäre, dass die Prioritäten der Vergangenheit weniger Einfluss besitzen.    

DIE WENIGER SCHÖNEN SEITEN DES GROßEN TORFMOOR

Leider wird durch unüberlegten Aktionismus auch Etliches zerstört,
was in Jahrzehnten gewachsen ist...

Gefällte Pappeln im großen Torfmoor

Zum Abtransport bereitliegender Baumschlag im Naturschutzgebiet großes Torfmoor.

Ein großer Teil des landschaftsprägenden Baumbestands aus Pappeln, Birken, Erlen und anderen Baumarten ist mittlerweile nicht nur im Moor, sondern auch aus dessen Randgebieten entfernt worden. Tierische Bewohner, die diese Bäume als Refugium nutzten, werden einem schnellen, „optischen“ Erfolg geopfert.

Insekten im großen Torfmoor

Brennessel-Grünrüssler Phyllobius urticae.

Viele, der stark rückläufigen Insekten- und Spinnenarten, sowie Reptilien und Amphibien, benötigen unberührte Moorwiesen für ihren Nachwuchs und zum Überwintern. Leider werden diese wichtigen Lebensräume im Früh- und Spätsommer, häufig zusammen mit Ihren Bewohnern, maschinell gemäht.

Verstümmelte Schwarzerle im großen Torfmoor

Verstümmelte Schwarzerle im großen Torfmoor.

Obwohl diese, durch Windlast gekippte, aber nicht abgestorbene Erle im großen Torfmoor verkehrstechnisch unbedenklich in eine kleine Feuchtwiese gefallen ist, wurde sie zum größten Teil zersägt und abtransportiert. Vermutlich war dieser Baum älter als jeder der dafür Verantwortlichen.

Gefällte Kiefer im großen Torfmoor

Diese einsam stehende Kiefer war einmal Orientierungspunkt für Mensch und Tier.

Eine, ehemals einzeln stehende Kiefer, im nördlichen Randbereich des großen Torfmoor. Auch dieser Baum wurde gefällt und das von den Verantwortlichen als wichtig hervorgehobene Totholz, abtransportiert. Das Totholz ist damit für die darauf angewiesenen Organismen verloren. Warum?

Gesägte Baumkronen im großen Torfmoor

Pseudo-Erfolge bei der Wiedervernässung des großen Torfmoor.

Durch eine Rückstauung des östlichen großen Torfmoores konnte ein größerer Teil dieses Gebietes vernässt werden. Der Baumbestand dieses artenreichen Gebiets wurde hier teilweise, in Höhe der Kronen mit menschlicher Hilfe angepasst, oder einfach gesagt, abgesägt. Diese Bäume wären aufgrund des Wasserpegel vermutlich von selbst abgestorben. Langeweile? Vorzeigbare Erfolge? Warum wurden diese Baumkronen abgesägt? 

Gefällte Erlen im großen Torfmoor

Die Erle: lt. Wikipedia (Stand 18.04.2020, großes Torfmoor) einer der typische Bruchwaldbäume...  

Zitat: Wikipedia, 18.04.2020, Entstehung: „...Stauwerke eingezogen und die atypischen Gehölze gefällt, da diese im jetzt wieder deutlich feuchteren Hochmoor abgestorben wären. Im Gegenzug wurden aber typische Bruchwaldbäume wie Erlen aufgeforstet“. Meine Frage: Warum werden „atypische Gehölze“ gefällt, wenn diese durch die Wiedervernässung von selbst abgestorben wären? Brennholz statt wichtiges Totholz? Die letzten beiden Bilder zeigen überwiegend gefällte oder abgesägte Erlen! Wo sind die erwähnten Neuaufforstungen und warum wurden hier vorher „typische Bruchwaldbäume“ gefällt? Ein bisschen mehr Sinn+Verstand, bzw. Ehrlichkeit würde den Vereinen, die im großen Torfmoor und offensichtlich auch auf Wikipedia ihr Marketing betreiben, sicherlich gut zu Gesicht stehen!  

Persönliches Fazit.

Vielleicht bin ich einfach nur ein typisch ostwestfälischer Dickkopf, der sich ohne Ausnahme für alle Bewohner des großen Torfmoor einsetzt, weil er mit Ihnen dort aufgewachsen ist… Vielleicht sehe ich das große Torfmoor und seine Flora & Fauna durch den Sucher meiner Kamera auch nur ein bisschen ortsübergreifender… Als einen wichtigen, klimatisch- und biologisch-relevanten Teil unserer Region und Landschaft!

Im Idealfall wird das große Torfmoor wirklich innerhalb einer absehbarer Zeit zu einem vorzeigbaren und den Lehrbüchern entsprechenden Hochmoor/Regenmoor renaturiert. Unter Umständen wird dies aber auch nicht so schnell, bzw. auf Grund von Fehlentscheidungen oder dem Klimawandel garnicht geschehen. Vielleicht sollten die Verantwortlichen das Hauptaugenmerk bei der Renaturierung deshalb eher auf einemöglichst breite biologische Vielfalt und Artenreichtum setzen, auch wenn das Ergebnis vielleicht Marketing-technisch, nicht optimal verwertbar ist. Ein intaktes Moor speichert im Idealfall große Mengen CO2, aber jeder Baum oder Strauch in diesem Naturschutzgebiet dient schon heute als CO2 Speicher. Dabei ist es völlig unerheblich, ob er als lebender Organismus oder als Totholz im Moor verbleibt. Zumindes sollte er aber nicht als finanziell lukratives, aber CO2 emittierendes Brennholz aus dem großen Torfmoor entfernt werden. Auch die durch den ehemaligen Torfabbau entstandenen Gewässer, wurden im Laufe der Zeit zu einem vielfältigen Lebensraum für Amphibien, Fische, Weichtiere und Insekten. Diese Gewässer jetzt aktiv zu verlanden oder zuzuschütten, um wiederum an anderer Stelle neue, durch einen Bagger entstandene und somit ebenfalls künstliche Gewässer zu schaffen, ist zumindes in meinen Augen, nur durch einen Fördergeld oder Werbewirksamen Aktionismus zu erklären. Die biologisch wichtigen Moor- und Magerwiesen in den Aussenbereichen des großen Torfmoor werden einerseits als ein vielfältiger Lebensraum dargestellt, aber andererseits von den Verantwortlichen rigoros gemäht, wenn es die leider immer häufiger zu niederschlagsarme Wetterlage zulässt.

Trotz dieser persönlichen Kritikpunkte ist das große Torfmoor durch seine, zumindest im Moment immer noch vielfältige Flora und Fauna, ein lohnendes Ziel für jeden Besucher, welcher dieses Gebiet mit Respekt für seine Bewohner und im Zweifelsfall auch mit einem kritischem Auge betrachtet. Insbesondere in den Abendstunden oder Frühmorgens wird die Landschaft häufig in ein wunderbares Licht getaucht.

Erlebt und genießt das große Torfmoor als vielfältigen Lebensraum für Tiere und Pflanzen! Wer möchte, das dies so bleibt, der darf dort gerne Fragen stellen und sollte sich im Zweifelsfall nicht mit stereotypen Antworten zufrieden geben.

Das Große Torfmoor: Tipps für Besucher. 

Auf den ausgeschilderten Parkplätzen, rund um das große Torfmoor wurden in den letzten Jahren des öfteren Fahrzeuge aufgebrochen.
Aus diesem Grund sollten besser keine Wertgegenstände im Auto verbleiben.

Hunde sollten nach Möglichkeit ganzjährig an die Leine genommen werden, damit sie nicht eventuell aufgescheuchten Hasen, Rehen, etc. nachstellen können. Ich selbst habe in letzter Zeit ein paar mal Hilfe bei der Suche nach entlaufenen Hunden leisten müssen, die laut Besitzer „noch nie auf Wild angeschlagen haben“.

Mücken, Bremsen und Zecken können in den Sommermonaten lästig werden. Man sollte aber bedenken, dass man sich in ihrem Territorium bewegt und nicht umgekehrt. Im Bedarfsfall kann ein Mückenschutzmittel, langärmelige Kleidung und lange Hose also von Vorteil sein.

Wildtiere sind immer ein lohnenswertes Motiv für einen Naturfotografen. Trotzdem sollte man Ihnen natürlich nicht nachstellen, sondern einfach eine längere Brennweite nutzen. Wer sich ruhig und langsam im Moor bewegt, hat generell mehr Chancen auf passende Aufnahmen. Brutgelege, Nester und vermeintlich verwaiste Jungtiere sind „no go Area“ ! 

Plastikflaschen, Tüten, Verpackungen und anderer Abfall haben im Moor nichts zu suchen, also bitte wieder mitnehmen! Wer beobachtet, 
dass dort illegal Müll entsorgt wird, sollte sich, wenn möglich, die Kennzeichen merken und an die Lübbecker Stadtverwaltung, oder das Kreisumweltamt wenden. 

Die, teilweise mit Obernkirchner Sandstein geschotterten Rundwege im nördlichen Teil des großen Torfmoors, sind bei Nässe selbst mit guten Wanderschuhen sehr rutschig. Dies gilt auch für die angelegten Holz-Stege.

WEITERE AUFNAHMEN AUS DEM GROßEN TORFMOOR...

... gibt es in der Fotogalerie unter der Rubrik "Natur und Landschaft" zu sehen.

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Fotopunkte:


Großes Torfmoor & Wiehengebirge


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© Kai Hormann
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Natur- und Landschaftsfotografie aus dem Kreis Minden-Lübbecke. © Kai Hormann 2020
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